Eingewöhnung und Arbeit im deutschen Gesundheitssystem

Pflegefachkräfte aus Namibia ziehen erstes Fazit in Deutschland

Oktober 2020

Die 15 qualifizierten Teilnehmer*innen des Capitalent Medical Talentprogramms in Namibia waren im Juli endlich nach Deutschland eingereist. Neben dem neuen Arbeitgeber der studierten Gesundheitsfachkräfte – ein renommiertes deutsches Universitätsklinikum – wurde das Team von Capitalent Medical auch von der Deutschen Welle (DW) begleitet. Damals standen die Talente, darunter Iyaloo und Katrina, noch am Anfang ihrer Reise. Eine Fortsetzung der TV-Reportage verdeutlicht welche Herausforderungen internationale Kolleg*innen, wie sie, in Deutschland zu meistern haben.

Reportage anschauen

 

Im Interview erzählen die beiden Talente von ihrer Erfahrung, den ersten Eindrücken und ihren Wünschen für die Zukunft:

 

Was liebt Ihr an Eurem Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin?

Iyaloo: Das Versprechen, Menschen zu helfen, wenn sie sich nicht selbst helfen können.

Katrina: Es ist ein sehr wettbewerbsfähiger und ermutigender Job, bei dem man jeden Tag etwas Neues lernt. Vor allem steckt er voll Liebe und Empathie – ich bin sehr stolz Krankenschwester zu sein.

 

Wie kommt Ihr mit der deutschen Sprache zurecht?

Iyaloo: Deutsch ist keine einfache Sprache und ich muss täglich daran arbeiten, mich zu verbessern.

Katrina: Am Anfang war alles neu und kompliziert. Auch jetzt ist es noch häufig so. Aber jetzt kann ich vollständige Sätze erstellen und besser verstehen. Es ist aber nach wie vor eine Sprache, die schwierig zu lernen ist.

 

Habt Ihr Euch gut betreut gefühlt?

Iyaloo:  Capitalent Medical war die Brücke zwischen mir und meinem derzeitigen Arbeitgeber hier in Deutschland. Sie organisierten alles und ermöglichten den Sprachkurs. Die meiste Kraft gaben mir aber meine Eltern und mein jüngerer Bruder.

Katrina: Ich kann wirklich sagen, dass wir großartige Unterstützung durch das Unternehmen und die Lehrerinnen hatten. Capitalent Medical sorgte auch dafür, dass wir bei Bedarf zusätzliche Hilfe bekamen. Meine Familie und Freunde haben mich zudem immer unterstützt und sind immer für mich da.

 

Wie war die Ankunft am Krankenhaus in Düsseldorf?

Iyaloo: Ich fühlte mich in Deutschland gleich sehr willkommen. Durch das tolle Management des Universitätsklinikums ist es sehr heimisch.

Katrina:  Wir wurden herzlich willkommen geheißen. Meine Mentorin und meine Kollegen haben mir das Gefühl gegeben, dass ich auf Station willkommen bin, obwohl ich immer noch versuche, mich an die Umgebung und die Menschen anzupassen. Aber ich hoffe mit Zeit geht es einfacher.

 

Wie ist die Situation generell am Krankenhaus aktuell?

Iyaloo: Das Arbeitsumfeld ist neutral zu bewerten. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit meinen Mentoren und mit den Ärzten.

Katrina:  Ich denke, die Dinge sind jetzt aufgrund von Corona etwas anders als normal, aber tatsächlich finde ich das Patientenversorgungssystem großartig.

 

Was unterscheidet Namibia und Deutschland auf den ersten Eindruck?

Iyaloo: Es gibt einige Unterschiede zwischen Namibia und Deutschland in Bezug auf Kultur, Ernährung und menschliches Verhalten. Man muss beide Seiten erleben, um es in Worte zu fassen.

Katrina:  Was in Deutschland im Vergleich zu Namibia wirklich auffällt, ist die Verfügbarkeit von Ressourcen, die Nutzung oder die Erfassung von Patientendaten mit Computern. Ansonsten sind die meisten Dinge sehr ähnlich. Krankenschwestern in Namibia können tatsächlich mehr Aufgaben/ Tätigkeiten ausführen als hier.

 

Gebt Ihr Wissen weiter nach Namibia?

Iyaloo: Ja, denn als Krankenschwestern sind wir in Namibia das Herz und die Seele des Gesundheitssystems.

Katrina:  Das ist einer der Gründe, warum ich hier bin. Die Erfahrung und das gesammelte Wissen möchte ich mit meinen Kollegen in Namibia teilen können. Die moderne Kommunikation ermöglicht es, sich auch über Ländergrenzen hinweg auszutauschen.  Immer wenn die Gelegenheit besteht dem namibischen Gesundheitsteam etwas Neues beizubringen, das ich hier lerne, mache ich das mit Freude.

 

 

 

 

 

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?

Iyaloo: Ich möchte gerne mein Studium in Diabetes und Ernährung fortsetzen.

Katrina:  Ich möchte, dass mehr Menschen den Beruf der Krankenpflege schätzen, denn er ist faszinierend und interessant.  Persönlich ist mein nächstes Ziel das Bestehen der Anerkennungsprüfung.

 

Vielen Dank!

 

 

Über CAPITALENT MEDICAL: Das Unternehmen wurde 2012 von dem Mediziner Tilman Frank in Frankfurt am Main gegründet. Aus rund zehn Ländern, u.a. in Lateinamerika, im südlichen Afrika, in Süd-Ost-Asien und Europa, können sich Absolventen renommierter Pflege-Universitäten für das CAPITALENT MEDICAL Programm bewerben. Das Team ermöglicht den ausgewählten Kandidaten einen kostenfreien Deutschintensivkurs an einer von 16 Sprachschulen weltweit oder der eigenen Sprachschule in Frankfurt sowie anschließend den passenden Job an einem deutschen Krankenhaus zu finden.