Rückholaktion ermöglicht Arbeitsbeginn in Deutschland

Internationale Pflege in Deutschland
Kolumbianische Pflegerin meistert Corona bedingte Einreisekomplikationen

Rund 300 Pflegefachkräfte aus der ganzen Welt werden jedes Jahr in das für sie kostenfreie Programm von CAPITALENT MEDICAL aufgenommen. Administrative Themen wie
Visum, Flug, Anerkennungsvorbereitung sowie Wohnungs- und Arbeitgebersuche übernimmt das Unternehmen, während sie sich ganz auf ihren Deutsch-Intensivkurs konzentrieren. Nach bestandener B2-Prüfung freuen sie sich auf ihre Einreise nach Deutschland. Doch Anfang des Jahres kam die Krise und mit ihr die Einschränkung des Flugverkehrs.

April 2020

Für examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger aus Ländern Lateinamerikas, dem südlichen Afrika oder Südostasien, die in das Programm von CAPITALENT MEDICAL aufgenommen werden, wird der Traum von beruflicher Auslandserfahrung und fachlicher Weiterbildung wahr. Ruby Pereira hegte diesen Traum schon lange. 2015 hatte sie erfolgreich acht Semester Hochschulstudium der Krankenpflege in Barranquilla, Kolumbien absolviert und anschließend zweieinhalb Jahre Praxiserfahrung an einem Klinikum in ihrem Heimatland gesammelt – doch leicht sei es nicht gewesen.

„Finanzielle Sicherheit hatte ich nie wirklich. Das Geld reichte vorne und hinten nicht und die Jobsituation in Kolumbien schien zuletzt ausweglos“, erzählt Pereira. „Meine Familie konnte mich nicht unterstützen und ich hatte wenig Hoffnung, dass sich in meinem Land in naher Zukunft etwas ändern würde. Deshalb suchte ich nach Stellen im Ausland, wobei ich auf CAPITALENT MEDICAL stieß“.

Nachdem sie das Bewerbungsverfahren des Unternehmens durchlaufen hatte und Kandidatin des Programms wurde, begann sie im Sommer 2019 ihren Deutsch-Intensivkurs an der kooperierenden Sprachschule in Medellín. „Deutsch zu lernen fiel mit nicht sehr leicht. Die vielen Regeln, die Grammatik und so weiter, sind verwirrend und ähneln meiner Muttersprache kaum. Auch die Aussprache, vor allem die Dialekte, waren zunächst eine Herausforderung für mich“. Trotzdem bestand sie im Januar dieses Jahres die B2-Prüfung im ersten Durchlauf. Alles lief nach Plan. Doch dann kam ihr Abreisemonat März – eine Zeit, in der sich die weltweite Lage durch die Corona-Krise zuspitzte und auch Pereiras Einreise wurde torpediert.

 

„Am zweiten April kontaktierte mich meine Ansprechpartnerin von CAPITALENT MEDICAL, Frau Kilb. Sie sagte mir, dass ich eventuell eine Möglichkeit bekäme doch noch nach Deutschland einzureisen und ich wurde ganz nervös“, erzählt die kolumbianische Pflegerin weiter. „Ich bekam ein Formular zugeschickt, mit dem ich mich für das deutsche Rückholprogramm eintragen konnte. Kurze Zeit später bekam ich die Nachricht, dass ich als Pflegekraft mit an Bord der letzten Maschine kommen durfte. Ich packte noch am selben Tag meine Sachen und nahm den Flieger von Bogotá nach Deutschland“.

Was für Pereira zunächst wie ein Wunder erschien, war das Ergebnis stundenlangen Ausharrens in der Warteschleife des Auswärtigen Amts sowie geduldige und feinfühlige Kontaktaufnahme mit der Botschaft in Kolumbien und der Bundespolizei in Deutschland. „Es war nicht einfach, fundierte Infos von den Entscheidern zu erhalten“, erklärt Annika Kilb, Projektmanagerin und Ansprechpartnerin Kolumbien bei CAPITALENT MEDICAL. „Zum einen galt die Rückholaktion primär Deutschen im Ausland und zum anderen war bis dato nicht klar, welche Ausnahmeregelungen für internationale Gesundheitsfachkräfte mit Arbeitsvertrag an einem deutschen Krankenhaus galten. Als die entscheidungsbefugten Kontaktpersonen jedoch erreicht waren, ging alles ganz schnell und Frau Pereira konnte sich auf der Website des Auswärtigen Amts für ihren neuen Flug registrieren“.

Währenddessen herrschte große Verzweiflung und zehrende Unsicherheit bei Ruby Pereira. Tagelang blieb sie im Ungewissen darüber, ob der hart erarbeitete Antritt des neuen Lebensabschnitts hier doch frühzeitig enden sollte. Noch bis drei Stunden vor Abflug war nicht sicher, ob sie mitfliegen durfte. „Am Flughafen in Kolumbien wurden Passagiere von Botschaftsmitarbeitern händisch selektiert und über die Mitreise entschieden“, fügt Pereira hinzu. „Meine Erfahrung als Intensivkrankenschwester sowie mein deutscher Arbeitsvertrag waren letztendlich mein Boardingpass“.

In der Ankunftshalle in Deutschland wurde sie dann von Annika Kilb abgeholt. An dem sonst menschenleeren Terminal strömten erleichterte Deutsche durch die Ausgangstüren – darunter die vierundzwanzigjährige Pereira. Die darauffolgenden Stunden seien sehr emotional gewesen und die erste Nacht weit weg von zu Hause sehr traurig. „Bad Krozingen, die Stadt, in der ich ab sofort leben und arbeiten werde, ist schön! Doch die Umstände hatten die Vorfreude etwas überschattet. Auch der schnelle Abschied und die überstürzte Abreise hatten mir zugesetzt“, erzählt die junge Pflegerin weiter. „Doch jetzt ist alles gut. Meine Wohnung ist perfekt und die Unterstützung durch Frau Kilb hat mich sehr beruhigt. Die Herzlichkeit am Krankenhaus rührt mich sehr. Meine Kolleginnen sind sehr nett und meine Traurigkeit ist schnell verschwunden. Es ist toll, dass man hier als Krankenpfleger selbständig arbeiten kann und es viele interessante Weiterbildungsmöglichkeiten gibt. Auch der Umgang mit der Krise beeindruckt mich. Die Anzahl der schweren Krankheitsfälle ist sehr niedrig hierzulande. Ich bin gespannt, was mich noch alles erwartet, und ich hoffe, dass ich meinen Beitrag zur Patientenversorgung leisten kann. Denn das liebe ich an meinem Job – das Helfen“.

 

Auch an den Intensivstationen in Deutschland zieht der Personalmangel nicht vorbei, weshalb Pflegefachkräfte wie Pereira dringend gebraucht werden. Bettenschließungen an den Kliniken könnten durch qualifizierte Unterstützung vermieden und Fehler aufgrund von Überbelastung des Personals drastisch reduziert werden. In den weltweiten Programmen von CAPITALENT MEDICAL lernen aktuell rund hundert Pflegekräfte die deutsche Sprache, um diesem Mangel frühzeitig durch ihre Unterstützung zu begegnen und gleichzeitig hilfreiche Auslandserfahrung zu sammeln, um das heimische Gesundheitssystem zukünftig zu verbessern.

 

Über CAPITALENT MEDICAL: Das Unternehmen wurde 2012 von Dr. med. Tilman Frank in Frankfurt gegründet. Aus rund zehn Ländern, u.a. in Lateinamerika, im südlichen Afrika, in Südostasien und Europa, können sich Absolventen renommierter Pflege-Universitäten für das CAPITALENT MEDICAL Programm bewerben. Das Team ermöglicht den ausgewählten Kandidaten einen kostenfreien Deutschintensivkurs an einer von 16 Sprachschulen weltweit oder der eigenen Sprachschule sprachtalent® in Frankfurt sowie anschließend den passenden Job an einem deutschen Krankenhaus zu finden.

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