Länderinfos

Neben Deutschland sind wir bereits in den folgenden Ländern aktiv. Unsere Länderauswahl beruht auf dem Ethikkodex der Weltgesundheitsorganisation WHO, d. h. wir vermitteln nur aus Ländern, die diese Fachkräfte nicht selbst benötigen. Zudem berücksichtigt die Auswahl die Positivliste der Bundesagentur für Arbeit und unsere Analyse der jeweiligen Ausbildungsinhalte.

Erfahren Sie hier mehr über unsere Partnerländer, deren Ausbildungssysteme und fachlich-kulturellen Besonderheiten.

Spanien
Vietnam
Brasilien

Italien

Kolumbien

Thailand

 

Königreich Spanien

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Madrid
Bevölkerung: 46.5 Millionen
Fläche: 506.000 km²
Regierungsform: parlamentarische Monarchie
Religion: Römisch-katholisch (über 90 Prozent)

Lage: Spanien nimmt etwa 80 % der iberischen Halbinsel im Südwesten Europas ein. Die Pyrenäen bilden im Norden des Landes die natürliche Grenze zu Frankreich und Andorra. Die im Mittelmeer gelegenen Balearischen Inseln Mallorca, Ibiza und Menorca sowie die Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean gehören ebenfalls zum spanischen Territorium.

Klima: feucht-mildes (ozeanisches) Klima an der Meeresküste; kontinentales Klima im Landesinneren (über 700 m hohes Hochland) mit heißen Sommermonaten und einem trockenen, kalten Winter

Landessprache: verfassungsrechtlich spanisch; in den autonomen Gemeinschaften Baskenland, Galicien, Katalonien und Valencia haben daneben die jeweiligen regionalen Sprachen offiziellen Rang

Das parlamentarisch-erbmonarchisch geführte Land besteht aus 17 autonomen Gemeinschaften. Der Fläche nach ist Spanien das drittgrößte Land Europas. Durchzogen wird es von fünf großen Bergketten – etwa 50% des Landes liegen auf einem Hochplateau (zwischen 600 und 1200 m). Damit ist Spanien nach der Schweiz das gebirgigste Land Europas. Dem Meer zeigt sich die einstige Seefahrermacht ebenso nah. Von den Pyrenäen bis Gibraltar grenzt es im Osten an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantik und an das Kantabrische Meer. Als sonnige Urlaubsdestinationen bieten die Küstenstreifen jährlich tausenden Touristen beliebte Zufluchtsorte.

Mit seiner Einwohnerzahl von fast 47 Millionen belegt Spanien den fünften Rang im europäischen Vergleich – im Kontrast zu Deutschland mit kontinuierlicher Aufwärtsbewegung. Über 6 Millionen Menschen tummeln sich in der Hauptstadt Madrid, welche als touristisches und wirtschaftliches Weltzentrum bekannt ist. Auch Barcelona mit 5 Millionen Einwohnern ist ein wichtiges Wirtschafts- und Kulturzentrum.

Nach dem Ende der Diktatur 1975 erfolgte mit der Öffnung Spaniens eine rasche Internationalisierung. Heute gilt das Land als weltoffene und willkommen heißende Nation, was sich auch in der Kunst- und Kulturszene mit jährlich zahlreich stattfindenden internationalen Festivals widerspiegelt. Das kulturreiche Land ist unter Kunstliebhabern aber nicht erst seit dem 20. Jahrhundert  bekannt – stammen doch eine ganze Reihe weltberühmter Künstler wie Goya, Dalí, Picasso oder Gaudí aus der Heimat von Don Quijote, Tapas und Paella, Stierkämpfen und temperamentvollen Tänzen wie dem Flamenco.

Das von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise stark gebeutelte Land hat im Jahr 2013 erstmals wieder mit einem Wachstumsplus abgeschlossen. Seitdem entwickelt sich das Wachstum weiter positiv. Die größten Herausforderungen Spaniens  liegen weiterhin in der hohen Staatsverschuldung und einer Arbeitslosenquote von rund 24%. Bei Jugendlichen (15-24 Jahre) liegt die Quote sogar bei über 50%.

Deutschland bietet spanischen Fachkräften eine attraktive Perspektive. Die vakanten Arbeitsplätze und die attraktiven Gehälter garantieren die ersehnte Absicherung und ermöglichen neue Karrierechancen. Zudem schätzen die familienverbundenden Spanier die geografische Nähe bzw. gute internationale Anbindung sowie die Vielfalt internationaler Angebote in Deutschland – von der Tapas-Bar um die Ecke bis zum multikulturellen Straßenfest.

 

Die Krankenpflegerausbildung in Spanien

Nach der Schulpflicht von zehn Jahren (Grundschule und verpflichtende Sekundarschule, die etwa einer deutschen Gesamtschule entspricht) entscheiden spanische Schüler, ob sie eine Ausbildung in einer berufsbildenden Schule absolvieren oder in die Oberstufe, dem sogenannten instituto, wechseln möchten. Nur wer die zweijährige Oberstufe und die Zulassungsprüfung zur Hochschule (selectividad), vergleichbar mit dem deutschen Abitur, erfolgreich absolviert, kann anschließend eine Universität besuchen.
Anders als in Deutschland erfolgt die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger in Spanien ausschließlich universitär. Nur Schüler mit guten Abschlussnoten in der selectividad können sich für das hoch angesehene Studium qualifizieren. Der Numerus Clausus lag im Jahr 2014 zwischen 7,5 und 10 (das spanische Notensystem reicht von 1 bis zur Bestnote 10).

Nach vier Jahren Studium schließen die Studenten mit dem sogenannten Grado (früher Licenciatura) ab, der einem Bachelor entspricht. In einem weiteren Studienjahr können sie zusätzlich den Master erwerben. Das Studium zum Gesundheits- und Krankenpfleger umfasst 240 ECTS Punkte und beinhaltet mehrere längere Praxisphasen (insgesamt 2300 Stunden Präsenzpraktika). Zumeist absolvieren die Studenten ihre Praktika studienbegleitend in den letzten zwei Jahren oder als volles Praxisjahr.
Das Studienplatzangebot ist unabhängig vom Arbeitsplatzangebot. So werden seit einigen Jahren weit mehr Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet als Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Trotz der sehr guten Qualifikation der spanischen Gesundheits- und Krankenpfleger erlebt somit auch diese Berufsgruppe und insbesondere die jüngeren Fachkräfte eine extreme Arbeitslosigkeit.

s. zur Krankenpflegerausbildung

 

Sozialistische Republik Vietnam

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Hanoi
Bevölkerung: ca. 90 Millionen
Fläche: 332.800 km²
Landessprache: Vietnamesisch
Staatsform: Einparteiensystem

Klima: im Süden tropisch, im Norden monsunisch mit einer heißen und regnerischen Jahreszeit (Mai-September) und einer warmen und trockenen Jahreszeit (Oktober-März)

Lage: Südostasien, angrenzend im Norden an China, im Westen an Kambodscha und Laos sowie im Osten mit einem über 3.200 km langen Küstenstreifen an das Südchinesische Meer

Religionen: Buddhismus (ca. 20 Millionen), Katholizismus (ca. 6,2 Millionen), Protestantismus (ca. 1 Million) sowie diverse synkretistische Religionen

Vietnam ist ein Land im Umbruch und Aufbruch. Nach mehr als drei Jahrzehnten des Krieges erlebt es seit der wirtschaftlichen Öffnung 1986 einen rasanten Aufschwung. Politisch stabil erweist es sich als eine der am schnellsten wachsenden Ökonomien Asiens. Zu seinen Exportschlagern gehören neben Elektronik- und Kleidungswaren vor allem Reis und Kaffee (Platz 2 nach Brasilien im weltweiten Vergleich). Die großen Modernisierungen sind besonders in den Millionenstädten wie Hanoi und Ho Chi Minh Stadt spürbar, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen.

Zwar ähnelt der südostasiatische Küstenstaat Deutschland stark in der Landesgröße und in seiner Bevölkerungszahl, demografisch jedoch stellt es die Bundesrepublik auf den Kopf. Über 65% der Einwohner Vietnams sind unter 30 Jahre alt – eine große Herausforderung für den einheimischen Arbeitsmarkt, der den Zustrom an Absolventen nicht bewältigen kann.

Die Menschen Vietnams sind freundlich und aufgeschlossen. Ihre Kultur ist geprägt von Buddhismus und Konfuzianismus und einem traditionell ausgeprägten Gemeinschaftsdenken. So wird der Gruppenzusammenhalt insbesondere in der Familie intensiv gepflegt. Den Tugenden Freigiebigkeit, Moral, Geduld, Stärke, Konzentration und Weisheit werden große Bedeutung beigemessen. Ebenso spielt Bildung eine herausragende Rolle im Leben der Vietnamesen. In diese wird ohne Zögern in hohem Maße investiert – oftmals mit vereinten Kräften aus der ganzen Familie.

Die enge bilaterale Beziehung zwischen Vietnam und Deutschland bestand bereits vor dem Mauerfall. Auf politischer, wirtschaftlicher, aber auch wissenschaftlicher Ebene wird ein lebendiger Austausch gepflegt. Rund 100.000 Menschen in Vietnam sprechen Deutsch. Viele von ihnen haben in Deutschland  gearbeitet, studiert oder sich weitergebildet. Umgekehrt leben in Deutschland heute rund 125.000 Vietnamesen oder Deutsche vietnamesischer Abstammung.

 

Die Krankenpflegerausbildung in Vietnam

Vietnamesische Gesundheits- und Krankenpfleger durchlaufen zunächst eine in der Regel zwölfjährige Schullaufbahn aus Grundschule (5 Jahre), Mittelschule (4 Jahre) und Oberschule (3 Jahre). Das Abitur ist Zulassungsvoraussetzung für die Aufnahme eines Universitätsstudiums.

Die Ausbildung in der Krankenpflege erfolgt in drei unterschiedlichen Formen: Fachschulen bilden ihre Studenten über drei Jahre aus (College Nurse). Fachschulabsolventen werden zumeist als Krankenpflegehelfer in Altersheimen, Pflegeheimen und Kliniken eingesetzt. Höher angesehen ist die Ausbildung an einer Hochschule oder Universität. Diese schließt nach drei Jahren mit einem Bachelor und nach vier Jahren mit einem Diplom ab. Auf diese Weise examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger übernehmen im Krankenhaus mehr Verantwortung und haben gute Chancen auf eine Weiterbildung.

Neben der guten universitären Ausbildung bringen vietnamesische Gesundheits- und Krankenpfleger stark ausgeprägte Eigenschaften mit, die in der Krankenpflege sehr geschätzt sind. Dazu zählen u.a. ihr großes persönliches Engagement, ein den Rechten und Pflichten gemäßes Verhalten und die wertschätzende Achtung der Älteren und Kranken.

 

Unsere Kooperationen in Vietnam

In Zusammenarbeit mit den zwei ältesten und angesehensten medizinischen Universitäten Vietnams wählen wir jährlich hochqualifizierte Talente für unsere Sprachkurse und die Vermittlung nach Deutschland aus. Das Studium an diesen Ausbildungseinrichtungen ist stark praxisorientiert (mit bis zu 3000 Praxisstunden – Vgl. in Deutschland: 2600), dauert 4,5 Jahre und wird in vietnamesischer oder englischer Sprache angeboten.

Seit Februar 2016 sind unsere ersten Kursteilnehmerinnen aus Vietnam in deutschen Kliniken im Einsatz, viele weitere sind ihnen gefolgt. Die Rückmeldungen des Stationspersonal sind überwältigend positiv. Die vietnamesischen Mitarbeiterinnen überzeugen mit sehr guten Deutschkenntnissen und ihrer fröhlichen, offenen und hoch motivierten Art.

Über das Pilotprojekt mit Vietnam berichtete auch die Presse.

 

 

Brasilien

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Brasília
Bevölkerung: ca. 201,5 Millionen
Fläche: 8,5 Mio. qkm; 47 % der Fläche Südamerikas
Landessprache: Portugiesisch in brasilianischer Variante
Staatsform: Präsidiale föderative Republik
Lage: Brasilien grenzt an alle Länder Südamerikas außer an Chile und Ecuador
Religionen: Überwiegend römisch-katholisch (ca. 68 %)

Klima: Das Klima Brasiliens ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen. Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima. Besonders im Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge, man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit teilweise lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes. In den höheren Lagen im Süden des Landes fällt im Winter der Niederschlag gelegentlich als Schnee.

Die Brasilianer sind auf der ganzen Welt für ihre Lebensfreude, ihr Temperament und ihre Gastfreundschaft bekannt. Ein Grund dafür ist vielleicht auch die kulturelle Vielfalt Brasiliens, die historisch bedingt ist. Beeinflusst wurde die Kultur des Landes nicht nur durch die ursprünglichen Bewohner Brasiliens, die indigenen Völker, sondern maßgeblich auch durch die Einwanderer aus verschiedenen Teilen Europas, die sich ab 1500 im Gebiet des heutigen Brasiliens niederließen. Einen sehr großen Einfluss auf die Kultur Brasiliens hatten auch die afrikanischen Sklaven, die später als Arbeitskräfte ins Land gebracht wurden. Aus den unterschiedlichen Elementen der einzelnen Kulturen entwickelte sich im Laufe der Zeit eine neue harmonisierende Kultur, wobei die einzelnen Einwanderergruppen in Brasilien nach wie vor an ihren traditionellen Bräuchen festhalten und auch die Freiheit haben, diese auszuleben. Die brasilianische Gesellschaft setzt sich also zusammen aus sehr unterschiedlichen sozialen, ethnischen, kulturellen und religiösen Gruppen. Die Vielfalt reicht von der schon als international zu bezeichnenden Oberschicht, die sich insbesondere in und um Rio de Janeiro herum konzentriert, über die kleinbürgerlichen Einwandererkolonien im Süden von Brasilien, bis hin zu den im unberührten Urwald lebenden Indianerstämmen im Amazonasgebiet.

Die Bevölkerungszahl Brasiliens hat sich in den letzten drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt und lag 2010 bei 195 Millionen. Das brasilianische Volk ist sehr jung, im Durchschnitt 27,4 Jahre alt. 83,3 % der Menschen leben in den rasch wachsenden Städten wie Rio de Janeiro oder São Paulo.

Während der Kolonialzeit basierte die brasilianische Wirtschaft hauptsächlich auf dem Export von Brasilholz, Gold, Diamanten, Viehprodukten und Zucker sowie ab dem 19. Jahrhundert zu 50% auf dem Kaffeeexport. Heutzutage sind Ethanol und die fertigende Industrie Stützpfeiler der brasilianischen Wirtschaft, welche jedoch nur zu einem Teil von Exporten abhängig ist. Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südamerika. Aber auch im Kulturbereich ist Brasilien ein wichtiger Partner für Deutschland, beiderseitig besteht großes Interesse an einer engen Zusammenarbeit. Die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen haben durch das Deutschlandjahr in Brasilien 2013/2014 und auch durch die Fußball-WM 2014 neue, beflügelnde Impulse erhalten. Zudem ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens im letzten Jahrzehnt auch die Nachfrage nach Fremdsprachenunterricht kontinuierlich gestiegen. Deutsch gilt hier als wichtige europäische Kultursprache, aber zunehmend auch als Schlüssel zu beruflichem und wissenschaftlichem Erfolg.

Die Bildungssystem und die Krankenpflegerausbildung in Brasilien

Die reguläre Schulbildung in Brasilien umfasst die Grundbildung (educação básica) aus vorschulischer Betreuung und Unterricht (bis zum 6. Lebensjahr) und dem schulischen Primar und den anschließenden Sekundarbereich (ensino fundamental und ensino médio 1.-8. bzw. 9.-11. Klasse). Für die ersten 9 Jahre besteht Schulpflicht.

Zwei Bildungswege führen in Brasilien in die Krankenpflege: An der Universität absolvieren angehende Krankenpfleger ein 4 bis 5 jähriges Studium, das sie mit einem Bacharelado Em Enfermagem (Bachelor) abschließen. In den meisten Fällen erweitern sie diesen direkt danach mit einem Aufbaustudium als Spezialisierung, z. B. in der Geriatrie. Der andere Weg führt über eine  2-jährige technische Krankenpflegeausbildung. Die akademisierte Krankenpflegekraft ist der Supervisor der technisch ausgebildeten Pflegekraft im Krankenhaus (ähnlich dem Verhältnis von Krankenpfleger zu Krankenpflegehelfer).

Anders als in Deutschland gibt es in Brasilien keine spezielle Altenpflegeausbildung. Da die Versorgung und Betreuung älterer Menschen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat, wird diese Pflege von besonders ausgebildeten Pflegekräften geleistet, die in der Regel über den Abschluss eines Geriatrie-Aufbaustudiums verfügen.

 

Unsere Projekte in Brasilien

Im März 2016 startete unser erster Sprachkurs in Rio de Janeiro. Mittlerweile haben wir einen zweiten Standort in Sao Paulo. Alle unsere Teilnehmer/innen haben das 4,5-jährige Studium mit einer Stundenzahl von i.d.R. über 5000 absolviert (Vgl. die Gesamtstundenzahl in Deutschland: 4600) und teilweise schon Berufserfahrung gesammelt. Ihr Hochschulabschluss befähigt zur Gesundheits- und Krankenpflege und in einigen Fällen auch zur Kinderkrankenpflege oder zur Lehrtätigkeit in der Pflege.

 

Italien

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Rom
Bevölkerung: etwa 60,5 Millionen
Fläche: 301.338 km2
Landessprache: Italienisch
Staatsform: Parlamentarische Republik
Klima: Das Klima ist subtropisch mit teilweise sehr deutlichen Unterschieden in den verschiedenen Regionen.
Religion: mehrheitlich römisch-katholisch

Norditalien wird von den Alpen und dem toskanisch-emilianischen Apennin umsäumt, wodurch der Einfluss des Mittelmeeres auf das Klima eingeschränkt ist. Die Winter sind kühl, in den Städten der Po-Ebene kommt es mitunter zu leichtem Frost, gelegentlich kann auch Schnee fallen, der über Nacht oder einige wenige Tage liegen bleiben kann. Mittelitalien hat durch den Einfluss des Mittelmeeres mildere Winter und trockene, warme bis heiße Sommer.
Süditalien und die italienischen Inseln haben ein nahezu ganzjährig warmes, mediterranes Klima. Der Herbst kommt spät, die Winter sind feucht und mild mit Tagestemperaturen von 10 bis 15° C und der Frühling setzt bereits zeitig ein (Mandelblüte ab Ende Januar).

Lage: Italien grenzt im Norden an die Schweiz und an Österreich, im Osten an Slowenien und das Adriatische Meer, im Süden an das Ionische Meer sowie das Mittelmeer, im Westen an das Tyrrhenische Meer, das Ligurische Meer und das Mittelmeer sowie im Nordwesten an Frankreich.

Allgemeines

Charakteristisch für Italien ist die wirtschaftliche Zweiteilung des Landes. Der stark industrialisierte Norden steht dem unterentwickelten Süden gegenüber.
Die großen Wirtschaftszentren Mailand, Turin und Genua bilden das triangolo industriale (industrielles Dreieck). Der gesamte oberitalienische Raum verfügt über einen gut entwickelten Dienstleistungssektor und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Gebieten Europas. Vor der Finanzkrise herrschte auch weitestgehend Vollbeschäftigung (Arbeitslosenquote 2008 von 3,9 Prozent), danach ist die Arbeitslosenquote auf 6,2 Prozent gestiegen (2010).

Der italienische Beitrag zum kulturellen und historischen Erbe Europas und der Welt ist beachtenswert. Als Kreuzweg der Zivilisationen des Mittelmeerraumes, Zentrum des Römischen Reiches, Sitz des Papsttums und Wiege der Renaissance spielte Italien eine entscheidende Rolle und wurde zum Ausgangsland der europäischen Kunst, Kultur und Forschung. Die Auswanderung zahlreicher Italiener im 19. und 20. Jahrhundert trug auch dazu bei, die italienische Kultur zu etablieren.

Einige der bedeutendsten Bauwerke der westlichen Welt, wie das Kolosseum in Rom, der Mailänder Dom, die Kathedrale von Florenz, der Schiefe Turm von Pisa und die Paläste Venedigs, befinden sich in Italien. Schon die alten Römer setzten Maßstäbe im architektonischen Bereich und führten den Bau von Bögen und Kuppeln ein. Die Renaissance wurde von italienischen Architekturtheoretikern wie Leon Battista Alberti geprägt.

Hierzulande ist dieser Brauch fast völlig unbekannt und wird gerne mit einem Glas Prosecco vor der Vorspeise verwechselt. Dabei ist diese Institution viel mehr. Aperitivo bedeutet: Vor dem Abendessen eine Kleinigkeit essen und dazu etwas Feines trinken.

Auf Sardinien gibt es viele über 100-Jähige, mehr als sonst irgendwo auf der Welt. Im Osten der Insel kommen 31 über 100-Jährige auf 100.000 Einwohner. Und das, obwohl die Lebensumstände in diesen Regionen alles andere als paradiesisch sind.

 

Kolumbien

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Bogotá, D.C.
Bevölkerung: etwa 49 Mio.
Fläche: 1.142.000 km²
Landessprache: Spanisch
Staatsform: Republik

Klima: Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, ist deutlich trockener als der Rest des Landes. Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimaregionen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24°C, zwischen 1000 und 2000 m gemäßigtes Tropenklima (17–30°C), zwischen 2000 und 3000 m kalttropisches (12–17°C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12°C).

Lage: Kolumbien liegt im Norden Südamerikas und grenzt an den atlantischen und pazifischen Ozean.

Religion: Etwa 90 % der Bevölkerung gehören dem Christentum an.

Allgemeines

Hinsichtlich der Artenvielfalt pro Flächeneinheit belegt Kolumbien weltweit den zweiten Platz. Zehn Prozent der weltweit vorhandenen Arten sind auf kolumbianischem Boden vertreten.
53,2 Millionen ha der Fläche Kolumbiens sind mit natürlichen Wäldern bedeckt; 21,6 Millionen ha mit anderen Vegetationstypen der Savannen-, Trocken- und Feuchtgebiete.
Der größte natürliche Reichtum des Landes ist seine Flora, insgesamt kommen in Kolumbien zwischen 45.000 und 55.000 Pflanzenarten vor, davon allein 3500 Orchideenarten, also 15 % aller auf der Welt existierenden Orchideenarten. Auch das Tierreich ist mit insgesamt 2890 Landwirbeltierarten sehr vielfältig.

Mit 49 Mio. Einwohnern ist Kolumbien nach Brasilien der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas und hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. 74 % der Gesamtbevölkerung lebt in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Karibikküste. Allein in Bogotá, der Hauptstadt und dem Zentrum der Industrie, lebt etwa 1/6 der Bevölkerung. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 42 Einwohner. 48,6 % sind Männer und 51,4 % Frauen.

Die kolumbianische Küche ist, der Geografie des Landes entsprechend, sehr vielfältig mit starken regionalen Unterschieden. Gemeinsamer Nenner ist dabei die Bedeutung von Reis, Kartoffeln, Bohnen und Kochbananen. In den Küstentiefländern dominiert der Fisch als Hauptspeise, während in den Hochländern eher deftige Speisen wie der Ajiaco-Eintopf prägend sind.

Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Die bekanntesten Musiker Kolumbiens sind die Sängerin Shakira und der Sänger Maluma. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht.

Im Land gab es jahrzehntelange Bürgerkriege zwischen linken und rechten Gruppierungen. Mit der größten Rebellenorganisation FARC kam es jedoch 2017 zu einem Friedensvertrag und einer parlamentarischen Vereinbarung.

Die Ausbildung zum/zur OTA in Kolumbien

Operationstechnische Assistenten (OTAs) absolvieren in Kolumbien ein vierjähriges Studium. Der Fokus liegt dabei auf der praktischen Ausbildung. Praxis bekommen sie ab etwa dem dritten Semester in allen OP- Bereichen. So werden die Studenten nicht nur theoretisch auf alle Eingriffe vorbereitet, sondern auch praktisch.

Ihre Hauptaufgabe ist die Patientenpflege vom Eintritt in den OP bis zur Rückkehr in den Aufwachraum. Zudem unterstützen sie bei chirurgischen Eingriffen. Minimal-invasive Eingriffe führen sie öfters in alleiniger Assistenz mit dem Arzt durch. Sie bereiten OP-Tische, Instrumente und Material vor und nach. Im Krankenhaus übernehmen sie nicht nur Koordinations- oder Administrationsaufgaben, sondern führen zudem alle Qualitätskontrollaufgaben durch.

 

Königreich Thailand

Das Land im Überblick

Hauptstadt: Bangkok, in der Landessprache: Krungthep Maha Nakhon
Bevölkerung: 68 Millionen
Fläche: 513.120 km2
Regierungsform: konstitutionelle Monarchie
Religion: Buddhismus (94 %)

Lage: Thailand liegt in Südostasien, angrenzend sowohl an den Golf von Thailand als auch an den Golf von Bengalen. Man findet hier tropische Strände mit weißem Sand und klarem Wasser. Vor allem auf den Inseln gibt es noch ruhige Plätze mit teilweise wenig erschlossenen Orten. Neben der wunderschönen Natur hat Thailand auch geschichtlich, architektonisch, menschlich, kulinarisch und kulturell viel zu bieten, und diese Vielfalt ist es, was Thailand so wunderbar, so einzigartig macht.
Thailand ist eine Monarchie mit Erbfolge, und der König genießt sehr viel Respekt. Auch die Mönche, da sie ihr Leben Buddha widmen, genießen ein hohes Ansehen.

Thailand wird nicht umsonst das Land des Lächelns genannt, zu lächeln ist ein Teil der tailändischen Kultur. Der höfliche Umgang miteinander, Freundlichkeit, Toleranz und Respekt sind enorm wichtig. Ebenfalls sehr wichtig sind die Familie und Freunde; Bräuche, Sitten und Traditionen werden in der Familie fortgeführt. Familien sind sehr eng verbunden und spielen eine sehr große Rolle im kulturellen Miteinander. Es gibt sogar ein Wort dafür, Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, „Sanuk“, was man mit „Spaß“ übersetzen kann.
Gemeinsames Essen trägt zur Verbundenheit und Geselligkeit bei, und dies kann man wirklich genießen: Die riesige Auswahl an frischem Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst ist fantastisch. Besonders hervorzuheben ist hier das Obst, die Vielfalt in Thailand ist einzigartig in der Welt.

Thailand zeichnet sich aber auch durch opulente Bauten und reich verzierte Paläste aus. Diese Pracht spricht aber nicht für das ganze Land. Die Wirtschaftskraft ist regional sehr unterschiedlich verteilt; vor allem in Norden und Osten des Landes ist die Armut leider sehr verbreitet. Auch am Rande Bangkoks gibt es Slums, in denen die Menschen in armseligen, zusammengeschusterten Hütten leben. Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist hier eklatant. Dennoch liegt die Analphabetenrate nur bei etwa 7 %.
Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland eher gering, allerdings muss man dazu auch das Durchschnittseinkommen betrachten, das ungefähr bei 350 Euro liegt. Mit solch einem Verdienst ist es auch in Thailand nicht unbedingt einfach, über die Runden zu kommen.

In Thailand leben etwa 77 % ethnische Thais, daneben leben Minderheiten wie Chinesen, Malaiisch sprechende Muslime, Khmer, Mon und Vietnamesen. Zudem gibt es verschiedene Bergvölker, wie die Padaung, die dafür bekannt sind, dass den Mädchen Ringe um den Hals gesteckt werden, damit die Hälse lang werden. Dies gilt dort als Schönheitsideal.

Klima: Wer es gern das ganze Jahr über warm hat, ist in Thailand bestens aufgehoben. Auch im Winter sinkt die mittlere Temperatur normalerweise nicht unter 18 Grad. Dafür ist es sind die mittleren Höchsttemperaturen aber auch bei 30 bis 35 Grad. Das Land ist also von der Sonne verwöhnt. Doch Vorsicht in der Regenzeit. In den Monaten Mai bis November kann sehr viel Regen fallen; im Süden kommt es vor allem von Oktober bis Dezember zu heftigen Regenfällen. Die tropischen Temperaturen sorgen dafür, dass auch die Wassertemperatur sehr konstant bleibt und auch im Winter bei angenehmen mittleren Werten um die 26 Grad liegt.

Landessprache: In Thailand wird die Thailändische Sprache gesprochen. Das Hoch-Thai wird von etwa einem Drittel der Zentral-Thais gesprochen und ist die offizielle Landessprache. Daneben existieren verschiedene Dialekte wie der Thai-Laos im Nordosten Thailands oder die Pak Thais im Süden. Minderheitensprachen sind u. a. Chinesisch und Malaiisch.
Die Thailändische Sprache ist eine Tonsprache mit fünf Tönen, was bedeutet, dass über die Tonhöhe in einer Silbe eine Bedeutungsveränderung hervorgerufen werden kann. Das Wort „phai“ im mittleren Ton gesprochen, heißt „Gefahr“, in fallendem Ton gesprochen „Spielkarte“. Die Sprache kennt keine Flektion wie im Deutschen, so dass z. B. Verben nicht konjugiert werden oder Wörter keine Pluralformen wie im Deutschen kennen. Angezeigt wird der Plural über einen Klassifikator, so dass man „2 Stühle“ in etwa übersetzen könnte wie „Möbel 2 Stuhl“.

Anrede: Normalerweise sprechen Thais sich nicht mit dem Nachnamen an. Wird jemand höflich angesprochen, wird vor den Vornamen ein „khun“ gesetzt. Daneben gibt es noch andere, sehr höfliche Anredeformen. Im familiären Kreis wird in der Regel ein Spitzname verwendet.

Geschrieben wird in der Thai-Schrift, eine Alphabetschrift, was bedeutet, dass man einzelne Buchstaben und Laute einander zuordnet wie im Deutschen. Jedoch werden die Buchstaben nicht immer linear hintereinandergeschrieben. Das thailändische i steht über den anderen Buchstaben, das u darunter.

Die Krankenpflegeausbildung in Thailand

Das Ansehen des Berufes in der Gesellschaft ist sehr hoch, es gilt als ehrenwert, anderen zu helfen. Jedoch schwankt der Respekt der Patienten gegenüber dem Pflegepersonal, je nachdem, wo sie arbeiten. So ist der Respekt in einem öffentlichen, vom Staat finanzierten Krankenhaus höher, als in einem privaten Krankenhaus. Da die Menschen in einem privaten Krankenhaus sehr viel Geld bezahlen müssen, denken sie wohl, dass sie sich auch mehr herausnehmen können.

Das Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland. In Thailand ist die Gesundheit der Menschen viel mehr Privatangelegenheit als in Europa. Es gibt jedoch auch in Thailand Ansätze für ein staatliches Gesundheitswesen, zu sehen an der eingeführten günstigen staatlichen Krankenversicherung für die arme Landbevölkerung. Eine allumfassende Versorgung wie in Deutschland gibt es jedoch nicht, was Vor- und Nachteile hat. Es werden zum Beispiel horrende Verwaltungskosten eingespart.

Ein Grund, weshalb sich das staatliche Gesundheitssystem nicht so entwickelt hat wie in Europa, ist die Art des Zusammenlebens. In Thailand ist sich jeder einzelne bewusst, dass es jederzeit möglich ist, schwer zu erkranken und hilfebedürftig zu sein. Diesen Rückhalt bilden nicht wie in Europa anonyme staatliche Organisationen, sondern die Familie, die einen auffängt und für einen da ist. Es ist ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl als in den westlichen Ländern, da sich die Solidarität innerhalb der Großfamilie bewährt hat. Das spiegelt sich auch in Krankenhäusern wieder, in denen vorausgesetzt wird, das die Familie einen großen Teil der Aufgaben übernimmt und auch dort übernachtet.

In Bangkok und in vielen Provinzhauptstädten gibt es Kliniken, die zweifellos auch westlichen Standards genügen. In privaten Kliniken geht die Behandlung schneller, dort gibt es eine bessere Ausstattung und längere Öffnungszeiten, aber dafür sind sie sehr teuer. In öffentlichen Kliniken muss man sehr viel Zeit für die Behandlung einplanen, sie sind weniger gut ausgestattet und haben am Wochenende geschlossen.

 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

 

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